Archiv der Kategorie: Unterbringung

Das neue Gesetz zum Maßregelvollzug — ein Fortschritt?

Einladung zum Vortrag in München am 01.03.2016

Auch wenn sich in der Öffentlichkeit die Erregung über den Fall Mollath und ähnliche Fälle längst gelegt hat, so bleibt das Thema Forensische Psychiatrie doch für viele Betroffene und Profis aktuell.

Deshalb lädt die Beschwerde- und Beratungsstelle KOMPASS zu einer Info-Veranstaltung ein:

Das neue Gesetz zum Maßregelvollzug — ein Fortschritt?

Vortrag von Rechtsanwalt Rolf Marschner

Psychisch kranke Menschen, die eine Straftat begangen haben, werden nicht mit Freiheits- oder Geldstrafe belegt, sondern in der Forensischen Psychiatrie untergebracht und dort einer „Maßregel der Besserung und Sicherung“ unterzogen. Dies ist in einem Bundesgesetz geregelt. Die konkrete Ausgestaltung dieser „Maßregel“ ist jedoch Sache der Bundesländer. In Bayern ist nach jahrelanger Diskussion — die unter anderem durch den Fall Mollath beeinflusst wurde — nun im Juli 2015 ein neues Maßregelvollzugsgesetz in Kraft getreten.

Rolf Marschner wird zunächst eine kurze Einführung in die allgemeinen Grundlagen des Maßregelvollzugs geben und anschließend die neue Rechtslage in Bayern darstellen. Dabei wird er an Beispielen aus der Praxis verdeutlichen, welche konkreten Auswirkungen sie hat: Er geht beispielsweise der Frage nach, ob die früher ungelöste Problematik der Zwangsbehandlung nun zufriedenstellend geregelt worden ist.

Der Referent: Rolf Marschner, Dr. jur., Rechtsanwalt in München, Fachanwalt für Sozialrecht, engagiert sich seit langem für die Rechte von Patienten in der Psychiatrie und ist Gründungsmitglied des Netzwerks Psychiatrie München e. V.
Er ist Mitherausgeber der Zeitschrift „Recht & Psychiatrie“ und Autor zahlreicher Fachpublikationen, u. a. zu Freiheitsentzug, Unterbringung und Betreuungsrecht.

Der Vortrag setzt keine speziellen Vorkenntnisse voraus. Er richtet sich an Fachkräfte im psychosozialen Bereich und an interessierte Laien.— Anschließend Diskussion.

Zeit: Dienstag, 1. März 2016, 19:00 Uhr.

Ort: Seidlvilla, Nikolaiplatz 1 b, 80802 München,

U-Bahn Giselastraße oder Münchner Freiheit. Der Zugang ist behindertengerecht.

Eintritt 5 €, ermäßigt 3 €.

Der Veranstaltungs-Flyer kann hier als PDF heruntergeladen werden:
http://kompass-m.de/downloads/a4-aushang-vortrag-maregelvollzug-marschner-20.pdf

Veranstalter:
Beschwerde- und Beratungsstelle KOMPASS
im Netzwerk Psychiatrie München e. V.
www.kompass-m.de

TV-Tipp: „Restrisiko“ über das Leben in der Forensik

Donnerstag, 13. Feb. 2014, 23:15 im WDR-TV:

Dokumentarfilm „Restrisiko“ über das Leben in der Forensischen Psychiatrie

Aus dem Ankündigungstext der ARD:
Sie haben die abscheulichsten Verbrechen begangen: Mord, schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, Vergewaltigung. Von der Gesellschaft weggesperrt, fristen die Straftäter ihr neues Dasein im Maßregelvollzug — meist lebenslang. Hinter den grausamen Taten verbergen sich krankhafte seelische Störungen wie Schizophrenie, massive Persönlichkeitsstörungen oder sexuelle Orientierungsstörungen, die es zu therapieren gilt. Mit wenigen persönlichen Habseligkeiten um sich herum, mit Goldfischen im Hofteich und Geranien vor den vergitterten Fenstern, versuchen die Gefangenen so normal zu leben wie es unter diesen Umständen geht.
Noch nie zuvor konnte ein Filmteam sich wochenlang in einer Einrichtung des Maßregelvollzugs aufhalten, um dort den Alltag zu beobachten und zu dokumentieren. [mehr]

Zum selben Film ein Hinweis in Spiegel online:

TV-Doku über Maßregelvollzug: Das kleine Glück der Mörder

Die TV-Dokumentation „Restrisiko“ steigt tief in die Welt von Mördern und Vergewaltigern ein, die im Maßregelvollzug mit ihrem inneren Monster Frieden zu schließen versuchen. Ein kluger, verstörender Film über Anomalie und Alltag. Und eine Zumutung. [mehr]

„Über die Hälfte gehört nicht in die Psychiatrie“

Massive Kritik am Unterbringungsrecht und an der Praxis der Unterbringung, insbesondere in der Forensischen Psychiatrie,  wurde am Montag, 4. Februar, bei einer Podiumsdiskussion in der Uni Regensburg von namhaften Juristen geübt.
Auf dem Podium saßen Professor Tonio Walter, der Landtagsabgeordnete Franz Schindler (SPD) und der Strafrechtler Dr. Jan Bockemühl. Lesen Sie weiter im Bericht  von regensburg-digital.de